Kinder aus Weißrussland am Bowenkamp
Zwei neue Gesichter am Bowenkamp. Es sind Andrej und Evgenij (Dschenni), beide sieben Jahre alt. Sie kommen aus Prudok im Osten Weißrusslands, ca. 500 km nördlich von Tschernobyl und 1862,43 km von Hiltrup entfernt.
Das Gebiet aus dem sie kommen zeichnet sich durch bäuerliche Strukturen, geringe Besiedelung und Armutsverhältnisse aus. Es ist bei der Reaktorkatastrophe verstrahlt worden. Sie sind bei uns, der Familie Mertens, Bowenkamp 40, für vier Wochen untergebracht. Quicklebendig und gut an ihrer Frisur, einem fünf mm Stoppelhaarschnitt zu erkennen, erobern sie mit Roller und Fahrrad den Bowenkamp. Sie sprechen kein deutsch, doch mit etwas gutem Willen und Geduld klappt die Kommunikation. Viele BowenKids haben sich am Sonntag bereits toll um die beiden gekümmert. Sollte es, aus welchem Grund auch immer, Probleme mit ihnen geben, meldet euch bitte bei uns.
Wir haben lange überlegt, die Kinder bei uns uns aufzunehmen. Nach anfänglichen Bedenken haben uns Pfarrerin Beate Bentrop von der Evangelischen Kirchengemeinde Hiltrup und Gespräche mit Eltern, die Kinder über Jahre hinweg aufgenommen haben, überzeugt. Es ist nicht nur ein Beitrag zur Völkerverständigung, denn Weißrussland hat bis heute unter Staatspräsident Aleksander Lukaschenko ein diktatorisches Regime. Über mehrere Jahre hinaus entstehen Freundschaften und die Kinder profitieren nicht nur in gesundheitlicher Hinsicht davon.
Wer mehr über die Tschernobyl Hilfe der Evangelischen Kirchengemeinde Hiltrup wissen will findet Informationen unter http://www.ev-kirche-hiltrup.de/gruppen/helfen-und-begleiten/tschernobyl-kinder
oder über die Bundesarbeitsgemeinschaft Deutsche Tschernobyl Hilfe unter http://www.bag-tschernobyl.net
Informationen über Weißrussland ausführlich im Wikipedia oder aktuelle Informationen unter http://www.belarusnews.de/de/startseite/index.html
Erstellt von Christoph am 7. August 2007 in Allgemein.
Kommentare: 1
Kommentare:
Kommentar von
Michael Bührke
Zeit: 8. August 2007, 09:18
Hallo Nachbarn! Am Fahrstil der Beiden erkennt man, dass Russland eine bemannte Weltraumfahrt hat… ![]()
Aber im Ernst: ich finde euer Engagement toll und Andrej und Evgenij sind natürlich herzlich Willkommen. Bemerkenswert an dem Artikel finde ich, dass die verstrahlte Heimat der Beiden 500 km vom Reaktor entfernt liegt und Hiltrup kaum vier Mal weiter entfernt ist, was global ja praktischen kaum einen Unterschied macht. Da hatten wir 1986 aber ziemliches Glück mit der Windrichtung, würde ich mal sagen (zumal ich damals noch 270 km näher dran war…).





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